Allgemeine Vorgehensweise

Hi an alle,

meine Frage ist allgemeiner Art. Wenn es schon eine Antwort gibt, die ich über Suche oder die FAQ nicht gefunden habe, bitte ich um Entschuldigung und um Angabe der entsprechenden Quelle. Dann lese ich dort weiter.

Mein Problem: In den FAQ und der Hilfe sind immer nur Detailfragen zur Bedienung erläutert, nie jedoch der komplette Workflow. Ich habe meine CDs (ganz legal selbstverständlich) geript und sie im Explorer unter Eigene Musik/Musik von CD nach Alben abgelegt. Interpreten-CDs und Sampler-CDs sind gemischt. Getaggt habe ich direkt von der CD oder mit Musicbrainz. Einige alte und unbekannte habe ich mit MP§Tag bearbeitet. Nun habe ich herausgefunden, dass man mit MP3Tag nicht nur Tags bearbeiten kann, sondern auch automatisch die Verzeichnis- und Ordnerstruktur ordnen kann. Gerne würde ich die Ratschläge von mbaa3 und heisubo hier im Forum in diversen Beiträgen befolgen und sauber nach Samplern und Nicht-Samplern, Artist, Album, Track, Titel sortieren.

Das blosse Bearbeiten des Formatstrings lässt meine Dateien schlicht verschwinden - und zwar auf nimmerwiedersehen.... Irgendwas mache ich falsch!
Ich gehe davon aus, dass der Formatstring irgendeinen Bezug zu den tatsächlichen Informationen im Tag benötigt...oder ganz einfach gesagt, ich habe keine Ahnung wie ich das in einfachen Schritten umsetze. Wenn da von %Feld% oder %language% die Rede ist, hab ich schon Schwierigkeiten das überhaupt einzufügen bzw. die entsprechenden Spalten und Tags zu definieren. Die FAQ helfen da nicht weiter. Gerne würde ich Mp3tag nutzen, aber ich weiß nicht wie. Gibt es ein Buch oder einen allgemeinen Beitrag etwa "Taggen und Konvertieren mit Mp3tag leicht gemacht"?
:slight_smile:

Danke im Voraus für Eure Hilfe und sei es nur der Verweis auf den richtigen Link oder die richtige Quelle.

Grüße

Ich glaub mich zu erinnern, daß sie mal bei mir verschwunden sind, weil ich zu viele Verzeichnisebenen nach oben bin, aber mit undo waren sie wieder da.

Nen guten Überblick über das Thema bekommt man hier: AudioHQ

Wenn man längere Namen erzeugen lässt (also bspw. Ordner in der Form Interpret\Interpret - Albumname\Interpret - Titel.mp3), kann es sehr leicht vorkommen, dass der (echte) vollständige Dateiname zu lang wird. (»Eigene Musik« ist ja nur eine »Abkürzung« eines intern viel längeren Pfadnamens.) Mit solch langen Namen kommen viele Anwendungen (und manchmal Windows selbst) nicht zurecht.

Ich lege daher die Musik lieber in einem Verzeichnis mit kurzem Namen auf einer externen Platte ab:

Windows-Standard-Einstellung mit Unterordner »Musik«:

C:\Dokumente und Einstellungen\Benutzername\Eigene Dateien\Eigene Musik\Musik\Interpret\Interpret - Albumname\Interpret - Titel.mp3

ist viel länger als etwa:

M:\Musik\Interpret\Interpret - Albumname\Interpret - Titel.mp3

Ich will damit sagen: Es zahlt sich aus, sich vor Beginn der Arbeit gründlich Gedanken über die »optimale« Struktur zu machen.

Dabei auch an alle Anwendungen/Datenbanken/Media Libraries denken, die später mit den Daten umgehen sollen. Zum Beispiel auch überlegen, on alle verwendeten Anwendungen die gewählte Struktur über Variablen unterstützen, falls man mit mehreren Programmen arbeitet (wie etwa MuscBrainz Picard, Mp3tag, foobar2000, Winamp, Album Art Downloader, …).

Eine Organisationsform festlegen und selbst dran halten! (KEINE Ausnahmen, sonst hat man schnell wieder Chaos!)

Überlegen, wie man mit »Sonderfällen« umgehen möchte (bspw. Klassik oder Sampler/Compilations): Soll nach Werk geordnet werden? Unterscheide ich Sampler (»Various Artists«-Alben) und Compilations (wie vor, jedoch auch Zusammenstellungen eines Interpreten wie etwa »Best of«-Alben)? Was ist mir wichtiger: Alben zusammenhalten, alles von einem Interpreten auch dort zu finden? Und so weiter, und so fort …

Dann überlegen, welcher Workflow sinnvoll ist: Welche Programme benutze ich in welcher Reihenfolge, bis das Ergebnis (Filename, Tags, Coverbilder) »sauber« ist? (AUFSCHREIBEN! Das wird schnell unübersichtlich und man vergisst in der Eile einen Schritt …)

Bei mir sieht das z.B. etwa so aus:

Prämissen:

  1. Interpret ist oberstes Kriterium. (Also auch Titel aus Samplern und Compilations finde ich immer beim Interpreten. »Zusammengehalten« werden Sampler/Compilations über Playlisten.) Der Interpret wird im Dateinamen immer als Sortiername angegeben (Müller, Ina), im Tag entsprechend doppelt (Artist=Ina Müller, Sortiername=Müller, Ina). So kann später programmierbar eine Struktur aus reinen Tag-Daten wiederhergestellt werden.

  2. Struktur (wegen besserer »Erkennbarkeit« anhand des Dateinamens):
    Interpret (Sortiername)\Interpret (Sortiername) - Albumtitel\Interpret (Sortiername) - Titel.ext

Wobei »Alben« auch Compilations, Singles, Maxis und EPs sind, jedoch Titel aus Samplern ohne weitere Unterscheidung beim Interpreten »gesammelt« werden.

  1. Wenn ein Album/Titel nicht bei MusicBrainz ordentlich angelegt ist, gibt es ihn für mich nicht. (Kleiner Selbstzwang, die Sachen ordentlich und wiederholbar zu taggen: Wenn ich etwas wirklich haben möchte, muss ich eben zur Not erst selbst in MB anlegen – das hilft einem selbst und anderen.)

  2. Dateien werden nach Möglichkeit als MP3 in guter Qualität abgelegt. Ausnahmen wie .flac oder .ogg sind zulässig, werden aber an die gleichen Orte sortiert.

  3. Alle zur Sortierung/weiteren Verarbeitung nötigen Daten müssen in den Tags enthalten sein, so standardkonform wie möglich. (Also auch Struktur, Dateinamen, Datenbank-Informationen müssen jederzeit aus den Tags wieder eindeutig erzeugbar sein.)

  4. Für MP3 wird ausschließlich ID3v2.3 mit Kodierung ISO-8859-1 verwendet. (Wegen Kompatibilität zu »dahinter« angeordneten anderen Anwendungen wie Sendesoftware, Datenbank, portable Player.)

  5. Cover-Bildchen haben ein festes Namens-Schema (Album-Interpret (Sortiername) - Albumtitel.cover.* und Album-Interpret (Sortiername) - Albumtitel.thumb.jpg). Sie werden im Original und in »kleingerechneter Form« im Album-Ordner zusätzlich abgelegt. Die »kleingerechnete Variante« ist immer JPEG 160x160 Pixel bei 72 dpi und wird im Tag als Bild-Typ 3 (Cover, Front) abgelegt. Im Tag gibt es immer nur ein Coverbild.

  6. Um »ordentliche Tags« sicherzustellen, werden in keiner Anwendung außer Mp3tag und Picard Tags verändert/geschrieben! Sollte das ausnahmsweise doch einmal nötig sein, werden die Tags anschließend sofort mit Mp3tag überprüft/korrigiert.

Workflow

  1. CD mit EAC und externem LAME mit »handgemachten« Einstellungen in Temp-Verzeichnis rippen.

  2. Original-Coverbild mit endgültigem Namen in den Ordner (Scan+Photoshop, oder per Software runtergeladen).

  3. Alle Dateien im Ordner mit Mixmeister BPM Analyzer analysieren (schreibt UTF-16 TBPM, muss also eh später noch korrigiert werden.)

  4. Für alle Dateien mit Rapid Evolution 2 den Key (Tonart) und die Time (z.B. 4/4-Takt) bestimmen bzw. errechnen lassen (erzeugt ID3v1+ID3v2-Tags, muss also auch noch bereinigt werden.)

  5. Alle Daten im Ordner mit MP3Tag öffnen. »Cleanup«-Action laufen lassen (entfernt alle Tags, bis auf die, die ich möchte, führt einige Umwandlungen und Tag-Erzeugung für Sendesoftware durch, speichert alle Tags als ID3v2.3 mit ISO-8859-1).

  6. Alle markieren, mit »STRG+R« alle Tags außer ID3v2 löschen. (Achtung! Mp3tag muss passend eingestellt sein, sonst löscht ihr alle Tags!)

  7. Restliche Tags grob vorbereiten (Artist, Title, Album, Track, Genre, Language, Original Year, ITUNESCOMPILATION, Album-Interpret Sortiername usw.).

  8. Alle markieren, mit Rechtsklick den »Export für Cover-Bearbeitung« durchführen: Rettet etwa enthaltene Cover, erzeugt Batch-Datei zur Erzeugung des quadratischen JPEG-Thumbnails mittels ImageMagick (= immer gleiche Covergröße und -auflösung). Klick auf Icon in der Schnellstartleiste (führt aus Mp3tag »exportierte« Batch-Datei aus, schreibt Logfile). In Mp3tag Aktion »Import Cover«. Alle Cover sind drin, alle sind 160x160, 72 dpi und beste Qualität.

  9. Sicherstellen, dass MusicIP Mixer läuft (der erkennt über Windows-Events, dass es neue Dateien in der Ziel-Ordnerstruktur gibt und stösst Aufnahme in die Library und ggf. Validation mit der MusicIP-Datenbank an, die wiederum mit MusicBrainz zusammenarbeitet, um »akustische Fingerabdrücke« zu bilden.)

  10. MusicBrainz Picard starten, passendes Album über Webseite vorauswählen und in Picard laden (oft gibt es mehrere oder die automatische Zuordnung stimmt nicht ganz). Ordner mit den neuen Dateien auf »Unmatched Files« draggen-und-droppen, dann »Cluster«, dann »Scan«. Falsche Zuordnungen korrigieren (drag & drop), »Submit PUIDs« (falls Knopf aktiv wird). Picard übernimmt bei mir die Aufgabe, die Audiodateien und dazugehörigen Coverbilder in die endgültige Struktur zu verschieben und umzubenennen. Nicht vergessen (bitte nur bei Original-CDs!), noch die Disc ID an MusicBrainz zu übermitteln. Das erleichtert einem selbst und anderen das exakte Wieder-Auffinden jeder CD (und sie werden z.B. von EAC besser über die MusicBrainz cddb-Schnittstelle gefunden).

  11. Warten, bis MusicIP Mixer die neuen Audiodaten erkannt, eingebunden und validiert hat.

  12. Im Zielordner die »neuen« Dateien mit Mp3tag öffnen (Rechtsklick im Windows-Explorer auf den Ordner, dann »Mp3tag«). Während MusicIP Mixer läuft, schonmal Klick auf »Make Playlist from all Files« (Sortierung nach Tracknummer sollte eingestellt sein). Dabei ggf. Kontrolle, ab alle Tags »ok« sind, ggf. Ergänzungen vornehmen (Kommentar etc.).

  13. In Mp3tag alle markieren, Rechtsklick und »Export für MusicIP Mixer-Datenbank«. Das erzeugt eine Batch-Datei zur Übertragung zusätzlicher Infos an den MusicIP-Mixer, die er nicht »automatisch« kann, bei mir z.B. BPM, Key, Taktart, Albumtyp, Albumstatus usw. Klick auf Icon in der Schnellstartleiste (führt aus Mp3tag »exportierte« Batch-Datei aus, schreibt Logfile). Alle Daten für MusicIP Mixer sind in der Datenbank.

  14. Nach dem Validieren der Titel mittels MusicIP Mixer die Analysedaten in die Dateien schreiben lassen (kann man automatisieren). So muss bei erneutem Aufbau der Datenbank nicht erneut der »akustische Fingerabdruck« berechnet werden, sollten sie einmal verlorengehen.

  15. Neue Titel in SAM Broadcaster hinzufügen (ganzen Ordner). Dadurch werden sie in die mySQL-Datenbank aufgenommen und sind »sendefähig«. Ggf. noch in die mAirList-Datenbank.

  16. Falls man Winamp verwendet: Ordner mit neuem Album per Drag & Drop in »Local Media/Audio« ziehen und damit aufnehmen in die Winamp Media Library. Wenn man dort das MusicIP MyDJ-Plugin verwendet, noch auf »MusicIP« und Knopf »Resume Processing« zum Abgleich. Validierung abwarten.

  17. Falls man andere Software statt Winamp verwendet (foobar2000, iTunes, Windows Media Player): Vorgehen analog zu Schritt 16.

  18. Backup-Prozess starten (Synchronisations-Software, hält eine exakte Kopie der Musik-Daten auf einer externen Platte am Linux Server). (Auch das kann natürlich automatisiert erfolgen, z.B. täglich nachts.)

Fertig.

Klingt nach extrem viel Aufwand (kann es auch durchaus sein), aber das Ergebnis rechtfertigt alle Mühe, die man im Voraus hat: Eindeutige Daten, alles blitzschnell wiederzufinden, alle Daten, die man zum Senden, harmonischen Mixen oder als Info braucht, sind vorhanden. Immer wieder … Die Zeit, die man »vorne« reinsteckt, spart man »hinten« x-fach ein!

Ein langer, langer Beitrag. Aber ein Beispiel aus »dem echten Leben« und ein Plädoyer dafür, Dinge zu Beginn ordentlich zu machen und sich immer und immer wieder an den Ergebnissen erfreuen zu können.

@TO: Es lohnt sich wirklich, zur Erreichung eines solchen Ziels auch mal ein paar Tage/Wochen zu investieren, um die verwendeten Werkzeuge wirklich beherrschen zu lernen. Lesen, lesen und an Testdaten ausprobieren, bis man sicher ist. Gerade mit Mp3tag ist sehr viel möglich. Ich habe wirklich viele Tagger probiert (z.B. foobar2000, TGF, MM und eine Menge mehr), bin aber immer wieder bei Mp3tag gelandet. Es hat einige (wenige) Schwächen, aber die Stärken überwiegen absolut. Und die Schwächen werden meist schnell von Florian in Stärken verwandelt …)

Obwohl ich nicht der Adressat deines Posts war, sag ich mal Danke für die ausführliche Darstellung. Ich finds immer sauinteressant, wie andere vorgehen.

Ansonsten kann ich dir nur beipflichten, daß man sich ne zeitlang mit den Programmen beschäftigen muß, sich ne klare Struktur überlegen und dann konsequent bei einer Linie bleiben sollte.
Selbst wenn man später alles anders ordnen möchte, ist es mit ner ordentlichen Struktur nicht mehr so viel Arbeit.

P.S.: Sehr löblich finde ich, daß du deine Rips in Musicbrainz einpflegst

Erst mal recht herzlichen Dank. Was waren unglaublich viele gute Ratschläge, die ich erst mal durchdenken und verdauen muss. Aber eine Dankeschön erst mal vorweg. Bevor ich vielleicht noch mal mit Fragen kommen darf (wenn ich alles verarbeitet, die Software geladen habe und meine ersten Schritte gemacht habe), drei Fragen voweg.

  1. Leider hab ich meine CD-Sammlung schon in eine Ordnerstruktur "gegossen", die so nicht stimmt. Manches ist nach Interpreten geordentm manches nicht. Sampler, Soundtracks, Interpreten-CDs und Klassik sind gemischt (zwar alphabetisch geordnet aber durcheinander). Mehrere automatische Tagger kamen zum Einsatz (Musicbrainz, Tagrunner, MP3tag). Das heisst, alles nochmal mit deiner Vorgehensweise (@Moonbase). Wie gehe ich jetzt vor? Erst mal mit dem Explorer die ganze Ordnerstruktur noch vor dem Taggen neu gestalten oder übernimmt das die Software nach der "Reinigung" und "Umvertaggung"? (ist zwar aufwendig, aber meine CD-Sammlung ist nicht so groß. Aber meine LP-Sammlung ist riesig, und die will ich jetzt aufnehmen)

  2. Zu Punkt 7: Hier muss ich ja wohl den Formatstring von Mp3tag justieren. Damit hab ich immer Probleme. So ein Formatstring muss ja wohl Bezug auf Infos im Tag nehmen? Wie also bekomme ich die Infos zu den generellen Angaben in den Tag (Sampler, nicht-Sampler, runtergeladene Einzeltitel etc.). Der richtige Umgang mit MP3tag und Musicbrainz ist und bleibt eins meiner Hautprobleme trotz FAQ. Verstehe einfach nicht, wie Formatstrings die vorhandenen Infos "verwursten" und wie ich das richtig einrichte. Erkennt das Musicbrainz automatisch?

  3. Meine LP-Sammlung ist sehr umfangreich. Diese importiere ich jetzt (mit Magix Music Cleaning Lab) auf meinen PC - erst mal natürlich als WAV-Dateien. Die Tags werden vorher rudimentär eingefügt durch freedb (ein tool in Magix). Ich wandle die Wav-Dateien zwar um auf MP3 ums sie in meine MP3 Sammlung aufzunehmen, aber CDs will ich doch mit WAV-Dateien brennen. Wie gehe ich da vor, denn MP3tag kann ich da nicht benutzen?

Tut mir leid, wenn Euch mit meinen Fragen löchere, aber ich glaube, dass viele Anfänger sich erst mal - ohne zu fragen - frustriert zurückziehen. Vielleicht sind meine Fragen ja von allgemeinem Interesse. Also - nochmal Danke......

beste Grüße

Die gute Nachricht: Das »Umverschieben« von der jetzigen in eine neue Ordner-Struktur können Dir fast alle guten Tagger abnehmen: MP3Tag, foobar2000 und auch MusicBrainz Picard. Solltest Du meinen Ansatz verfolgen wollen (alles muss erst bei MB angelegt sein, auch LPs), würde ich zum »Umverschieben« Picard verwenden, ansonsten MP3Tag.

Hintergrund: Picard »kennt« über MusicBrainz etliche Variablen, die Du womöglich noch nicht in Deinen Tags hast, z.B. sowas wie %albumartistsort% und %artistsort%, falls man die von MusicBrainz empfohlene Sortierung verwenden möchte (»Grönemeyer, Herbert« statt »Herbert Grönemeyer«).

Du solltest versuchen, ein für Dich passendes einheitliches Schema zu finden, dass von allen verwendeten Programmen unterstützt werden kann. Idealerweise sollte Dein Schema ohne weitere Information aus irgendwelchen Datenbanken jederzeit wieder aus Deinen Tags vollständig herstellbar sein. (Das hilft ungemein bei Crashes und Wechsel der Anwendungssoftware!)

Dann musst Du Dich damit auseinandersetzen, wie in jedem Programm diese Klamotte mit den Formatstrings funktioniert. Dabei auch die Ausnahmen nicht vergessen (sowas wie Zeichen im Titel oder Album, die nicht als Zeichen in Dateinamen funktionieren: »:/?*« usw.). Zum Glück sind die meisten Formatstrings in den Programmen sehr ähnlich. Picard und foobar benutzen eine sehr ähnliche Syntax, ebenso hat sich Florian mit MP3Tag dankenswerterweise an das foobar-Format angelehnt. Also muss man quasi nur einmal lernen. Und wenn alles fein eingerichtet ist, muss man meist auch nie wieder drüber nachdenken.

Ideal ist, wenn Du Dir »zum Üben« Kopien von, sagen wir, 4–5 Alben machst, in denen möglichst viele »Sonderfälle« vorkommen.

Und ja, die Formatstrings nehmen Bezug auf die Tags: Diese also immer gut und ausführlich pflegen! Wenn Du Picard benutzt, bekommst Du eine Menge sehr brauchbarer Informationen, z.B. ALBUMARTISTSORT und MUSICBRAINZ ALBUM TYPE (album,single,live usw.). Eine »Compilation« ist für MB sowohl ein Sampler (»Various Artists«) als auch eine »Greatest Hits«- oder »Best Of«-Scheibe! Einen Sampler (versch. Interpreten) erkennt man am einfachsten am gesetzten Tag ITUNESCOMPILATION (sollte dann »1« drinstehen). (Das ist nicht »offiziell«, aber sehr praktisch. iTunes benutzt das übrigens auch so.)

Wenn es Dir hilft, hier z.B. mal meine »Formatstringverwurstelung« für MB Picard:
Options/File Naming
[x] Rename Files
File naming format: $if2(%albumartistsort%,%artistsort%)/$if2(%albumartistsort%,%artistsort%) - %album%/%artistsort% - %title%
Multiple artist file naming format: $if($eq(%albumartistsort%,%artistsort%),%albumartistsort%/%albumartistsort% - %album%/%artistsort% - %title%,%artistsort%/%artistsort% - %title%)
[x] Replace Windows-incompatible characters (gegen »«)
[
] Replace non-ASCII characters

[x] Move Files
Move tagged files to this directory: M:\MP3\Tagged
[x] Move additional files *.cover.jpg *.cover.png *.thumb.jpg *.thumb.png
[x] Delete empty directories

Ergibt für Datei, die nicht aus einem Sampler ist:
M:\MP3\Tagged\Beatles, The\Beatles, The - Help!\Beatles, The - Ticket to Ride.mp3

Ergibt für eine Datei von einem Sampler (ich sammle die ohne weitere Unterverzeichnisse direkt unter dem Interpreten, weil ich alle Titel des Interpreten in dem Ordner haben möchte):
M:\MP3\Tagged\Fantasys, The\Fantasys, The - Why_ Oh Why_.mp3

Doch, klar. MP3Tag kann man für fast alles benutzen :wink: Machen wir das Beispiel mal etwas einfacher (mit Tags, die jeder hat und einer »gängigen« Ordner-Struktur):

Nehmen wir an, Du speicherst Deine WAV-Dateien so:
M:\WAV\The Beatles\Help!\07 Ticket to Ride.wav

Übersetzt in einen MP3Tag-»Formatstring« wäre das etwa:
M:\WAV\%artist%\%album%\%track% %title%

Du kannst nun mit einem externen Prozess (bzw. Batchfile) alle Deine WAVs in MP3 codieren (natürlich mit einem externen LAME). Die neuen MP3s bleiben für den Moment einfach »neben« den WAVs liegen.

Dann gehst Du mit MP3Tag ins WAV-Verzeichnis M:\WAV</i> und lädst alle Deine neuen MP3-Dateien (die ja noch keine Tags haben). Nun benutzt Du den Knopf »Filename -> Tag« und gibst wieder mal einen dieser tollen »Formatstrings« ein:
%artist%\%album%\%track% %title%
Du wirst entdecken, dass MP3Tag sogar aus Verzeichnis-Strukturen korrekt den Interpreten, das Album, die Track-Nummer und den Titel »auslesen« und in die Tags schreiben kann!

Der nächste Schritt wäre dann z.B., das Album in MusicBrainz zu suchen (oder anzulegen!) und den grünen »Tagger«-Knopf zu drücken. Damit bekommst Du das Album in Picard. Dann einfach die neuen MP3s per Drag-und-Drop in Picard auf »Unclustered Files« zu ziehen, den Cluster-Knopf drücken, das neue Album aufklicken, Scan durchführen, um die PUIDs zu erzeugen und ggfs. die nicht gefundenen rechts korrekt zum Album einzusortieren. (Wir benutzen in diesem Schritt Picard statt MP3Tag, um die vielen zusätzlichen Informationen aus der MusicBrainz-Datenbank in unsere Tags zu bekommen. Wenn man das nicht möchte, könnte man auch ausschließlich mit MP3Tag arbeiten.)

Dann klickst Du den Albumnamen (rechts), klickst auf Save und schon sind die neuen MP3s ziemlich fein getagged und landen (wenn Du meinen Picard-Formatstring oben benutzt hast) in:
M:\MP3\Tagged\Beatles, The\Beatles, The - Help!\Beatles, The - Ticket to Ride.mp3

Nun kannst Du dort noch einmal MP3Tag aufrufen und die nötigen »Feinarbeiten« vornehmen, wie etwa Cover-Bild einbinden, Replay Gain errechnen, Kommentare oder Lyrics eintragen, …

Fertig! Und »perfekt« dazu.

P.S.: Solltest Du auch für die MP3s das »einfachere« Format %artist%\%album%\%track% %title% vorziehen, würdest Du für Picard einstellen:

[x] Rename Files
File naming format: $if2(%albumartist%,%artist%)/%album%/$num(%tracknumber%,2) %title%
Multiple artist file naming format: $if2(%albumartist%,%artist%)/%album%/$num(%tracknumber%,2) %title%
[x] Replace Windows-incompatible characters (gegen »«)
[
] Replace non-ASCII characters

(Du kannst auch einfach neben File naming format und Multiple artist file naming format den Knopf »Default« drücken für diesen Fall.)

Das obige Beatles-Beispiel würde dann gespeichert als:
M:\MP3\Tagged\The Beatles\Help!\07 Ticket to Ride.mp3

Fröhliches »Nachbauen« und viel Spaß beim »perfekten« Taggen!

Nach einem kleinen Urlaub zur Erholung von allen Tag-Problemen :wink: möchte ich doch nicht versäumen herzlichen Dank zu sagen. Deine Hilfe Moonbase ist Gold wert und ich werde mich gleich daran machen alles umzusetzen. So schnell und kompetent hier Antwort zu bekommen hat mich angenehm überrascht. Nochmal Danke für deine Mühe.

Beste Grüße

Endlich hab ich mal ein gutes (fast) verständliches Workflow gefunden. Danke Moonbase!
Nur mein Problem ist, dass ich die Hälfte nicht verstehe =) Bevor ich mit den Fragen beginne, ein paar wichtige Angaben:

  • CDs sind schon gerippt und in MP3s umgewandelt.
  • Covers interessieren mich nicht.
  • Sammlung besteht nur aus mp3. Dateien
  • Bei mir gibt es keinen Sortiernamen wie zb.: Müller, Ina
  • Pfad bei Alben mit verschiedenen Interpreten (VA, Best of usw.)
    Anhand von Future Trance, Volume 1 (disc 1) erklärt:
    M:\MP3\\%genre% \VA - %albumsortorder%\\%albumsortorder% %year% Vol.%titlesortorder
    %\\%track% - %artist%  -%title%
    

    %albumsortorder% = Future Trance
    %titlesortorder% = 1

  • Pfad bei Alben mit dem gleichen Interpreten. (einzelne MP3s landen im %artist% Ordner)
    M:\MP3\\%genre% \\%artist%\\%album%\\%track% - %title%
    
  • Skriptbefehle in Mp3tag oder Picard sind kein Problem für mich.
Nun zu deinen Workflow:

Hab ich gemacht. In Mp3Tag kann ich mir die Wert auch mit den Wert %bpm% anzeigen lassen. Schön und gut aber was bringen mir nun diese Werte? Wie erkenne ich, dass das als UTF-16 TBPM geschrieben wird? Und wie korrigiere ich das?

Nach ein wenig Sucherei hab herausgefunden wie man den Key bestimmt und die Werte in Mp3Tag anzeigen kann. Jetzt stehen da so Sachen wie: A# C#m F Gm Bm usw. Selbe Frage wie vorher: Was kann ich damit anfangen? Wie man die Time einstellt: Keine Ahnung.

Ich nehme mal an zu meinst mit Cleanup die Aktion Tag-Felder entfernen außer.
Welche Werte hab bzw. sollte ich eigentlich bis zu Punkt 5 haben und welche soll ich davon behalten? Als ich meine Musik gerippt habe, hatte ich keine einzigen Tag-Werte, musste alles händisch eingeben.

Selbe Fragen wie bei 3 und 4. Wie kann ich erkennen was ein ID3v2 Tag ist und was nicht. Wie kann ich Mp3Tag passend einstellen?

Wie kannst du, bevor Punkt 10, so viele Informationen gespeichert haben?
Ich hätte nur BPM und den Key vl. Auch Time, aber das konnte ich nicht bestimmen lassen.

Nach Punkt 10 hatte ich folgende Tags:

Interpret %artist%
Titel %title%
Track %track%
Jahr %year%
Album %album%
Genre %genre%
Kommentar %comment% (wenn nötig)
Band %band%
Album Sort Order %albumsortorder%
Disc Number %discnumber%
Volumen %titlesortorder%
Datum %date%
Publisher %publisher%
BPM %bpm%
Key %initialkey%

Welche sind wichtig, welche nicht?

Verwendete Programme:

Exact Audio Copy
MixMeister BPM Analyzer
Rapid Evolution
MusicIP Mixer + LanguagePack
MusicBrainz Picard / Mp3tag
SAM Broadcaster
Winamp inkl. Plugin

Ich möchte es mal philosophistisch so sagen:
Wichtig sind nur alle diejenigen Tagfelder, die für deine Zwecke notwendig sind.
Alle anderen Inhalte sind optionaler Füllstoff.

DD.20081123.1748.CET

Bin leider im Moment etwas eingespannt mit anderen Dingen, schaue aber gelegentlich mal vorbei. Hoffe, alle haben schon selbst viel rausfinden und anwenden können :slight_smile:

Eigentlicher Grund dieses Posts ist, dass ich beim nochmaligen »Überfliegen« gemerkt habe, dass ich einen (zumindest für mich) wichtigen Punkt völlig ausgelassen habe:

Wir werden ihn mal Punkt 8a nennen:

8a. Alle markieren, mit Rechtsklick den »Export für ReplayGain« durchführen: Erzeugt Batch-Datei für Errechnung der Track- und Album-ReplayGain-Werte. Klick auf Icon in der Schnellstartleiste (führt aus Mp3tag »exportierte« Batch-Datei aus).

Falls man danach in Mp3tag weiterarbeiten möchte, unbedingt F5 (Aktualisieren) machen, da sonst die Tags nicht mehr aktuell sind!

Tipp: Für die Arbeit mit SAM Broadcaster ist – bei geeigneter Einstellung der AGCs – ReplayGain nicht notwendig, es empfiehlt sich aber, wenn man mit mAirList, foobar2000, Winamp oder SqueezeCenter arbeiten möchte.


Detlev hat natürlich Recht, was die »Philosophie« angeht: Jeder hat (und braucht) seinen eigenen Workflow, deswegen wird man sicher nicht alles »sklavisch befolgen«, sondern es als Anregung aus der Praxis hernehmen und auf die eigenen Erfordernisse anpassen.

BPM und Key wird man sicher z.B. nicht immer brauchen (vielleicht als DJ oder Moderator von Dance/Trance-Sendungen), zumal für die Verwendung der BPM-Werte noch einige »dämliche« Konvertierungen vorgenommen werden müssen, falls man z.B. SAM oder Serato Scratch benutzt.

Mit Beispiel-Code bin ich bei Bedarf gern behilflich, allerdings solltet ihr in der Lage sein, den selbst anpassen zu können – die Zeit erlaubt es mir im Moment leider einfach nicht, dafür auch noch Support zu geben. Irgendwann mal werden die Beispiele allerdings hier im Forum landen, ist schon fest eingeplant …