MP3 Inhalte KOMPLETT offenlegen 7 bereinigen


#1

Hallo zusammen,

wenn man verschiedene MP3-Software nutzt, stösst man immer wieder auf neue Inhalte innerhalb der Taggs. Man kann sich eigentlich nie sicher sein, was alles in einer MP3-Datei in Form von Infos gespeichert ist.

Welche Möglichkleit gibt es, wirklich alle MP3 Inhalte komfortabel und editierbar auf den Bildschirm zu bekommen ? Falls nicht zu 100% mit MP3-Tag möglich, kann man Alternativen empfehlen ?

Oder umgekehrt: Gibt es in MP3-Tag eine Möglichkeit, dass nur die in MP3-Tag eingestellten Infos gespeichert und alle anderen möglicherweise enthaltenen Felder sicher gelöscht/bereinigt werden ?

Gruß

Dragon


Discogs-Pone Script Version 3 von 2011
#2

Ach, da führen ja wieder viele Weg nach Rom.
Es gibt die Möglichkeit, per Export alle Tag-Felder zu sichten:
/t/9520/1
Du kannst aber auch erst mal mit den "Erweiterten Tags" rausfinden, welche Tag-Typen in den markierten Dateien enthalten sind.
Anschließend könntest du dir mit filtern die einzelnen Feld-Typen vornehmen. Gerade wenn du nicht sicher bist, was in den Feldern drin steht und irgendwer fremdes vielleicht Felder missbraucht hat, ist diese EInzelkontrolle der einzig sichere Weg.

Wenn das alles bereinigt ist, kannst du mit einer Aktion "Tag-Felder entfernen" oder "Tag-Felder entfernen außer" alles weglöschen, was du nicht willst.
Einen Automatismus gibt es Gott sei Dank nicht.


#3

Hallo Ohrenkino,

"Tag-Felder entfernen außer" das wäre doch ein guter Weg. Damit würden dann alle enthaltenen Tag-Felder (auch evtl unbekannte Exoten) sicher ?? gelöscht und nur die von mir angegebenen erhalten ? Dann bräuchte ich doch auch nicht zu kontrollieren, was drinsteht.

Gruß

Dragon


#4

Das siehst du richtig.
Die Frage, Kontrolle oder nicht, hängt von deiner Zielsetzung beim Taggen ab. Ich nenn das jetzt mal:

maximaler Konrolle & Informationserhaltung vs. saubere & schlanke Sammlung


#5

..und welchen Weg würde ein Profi wählen ? Vermutlich ersteres ? Ich selbst verstehe mich noch als pure MP3 Amateur und würde aktuell eher zu der sauberen Sammlung tendieren.

Vielen Dank für die Infos, habe wieder viel gelernt :smiley:

Dragon


#6

Das ist wirklich Geschmackssache.

Informationserhaltung:

Vorteile:

  • Man könnte später feststellen, dass bestimmte Felder doch relevant sind. Ich habe früher z.B. nie auf SOURCE geachtet, mitlerweile find ich es aber höchst relevant zu wisen, aus welcher Quelle die Mp3 erzeugt wurde (Vinyl/CD/Webshop).

  • Nicht angezeigte Felder wie COMPOSER, MIXARTIST, ARISTSORT können zu besseren Treffern bei der Suche im Mediaplayer führen, wenn dort andere Schreibweisen der Künster oder andere Pseudonyme gespeichert sind.

  • Wenn man einen Mediaplayer benutzt, der diese Felder eh nicht anzeigen kann, stören sie eigentlich nicht. Wegen Speicherplatzoptimierung Tag Felder zu löschen ist Quatsch.

Nachteile:

  • Wenn man einen Mediaplayer benutzt, der diese Felder anzeigen kann und in die Datenbank einliest, können zu viele Info ab einer bestimmte Größe der Musiksammlung die Performance der Datenbank beeinflussen, was sich vor allem durch längere Wartezeiten bei Suchen in der Medialibrary auswirkt. Das ist natürlich auch abhängig von Rechnerleistung und derm verwendeten Player.

  • Wenn in Tag Feldern viel Text gespeichert ist, z.B. in COMMENT oder UNSYNCEDLYRICS, und diese auch vom verwendeten Player für die Suche verwendet werden, führt das dazu, dass man für häufige Wörter als Suchbegriff viel mehr Treffer erhält, als man eigentlich möchte. Viele Player verwenden aber nicht alle angezeigten Felder für die Suche, bei einigen kann man das auch individuell einstellen.

  • Wenn man Informationen erhält die man nicht angezeigt hat, können die natürlich auch falsch sein. Es gibt einige Programme die Musik automatisch mit Information aus dem Internet taggen und da oft einige Fehler machen. Falsche Coverbilder sind z.B. ein typisches WMP Problem. Diese Programme taggen aber meist eher die Standard Felder die du wahrscheinlich eh in der Anzeige haben wirst.


#7

Ja das stimmt, habe z.B. mal den blöden Fehler gemacht, das Feld Composer mit dem Inhalt von Artist zu überschreiben.

Über Source habe ich auch schon mehrfach nachgedacht. Bin aber eigentlich immer dazu übergegangen, mich bei 2 gleichen Alben für das Album mit der besseren Bitrat zu entscheiden und nicht danach, ob von Vinyl oder von CD. Letztendlich hat doch auch die CD ihre Quelle in der ursprünglichen Schallplatte (oder dem Studioband) und wurde vermutlich im Studio nochmals professionell optimiert.

Meine Albenordner haben die Namensstruktur "Interpret - Jahr - Albenname". Ich finde dies vorteilhaft, weil man dann die zeitliche Story des Interpreten schön erkennen kann. Dabei orientiere ich mich stets an dem Datum (meist aus Wikipedia) an welchem das ursprüngliche Album (auch wenn es noch eine Schallplatte war) herauskam. Ich finde es Blödsin, z.B. ein Album von ursprünglich 1970 dem Datum zuzuordnen, an welchem eine CD-Kopie auf den Markt kam.

Man kann sich ja über die Qualität von komprimierter Musik streiten. Mir reicht die Qualität auf jeden Fall (min 192KB sollten es schon sein..). Ich gehe jedoch nicht soweit mir einzubilden, den Unterschied zwischen einer MP3 von Vinyl und einer MP3 von CD heraushören zu können.

Letztendlich werde ich meine Taggs nun aber doch nicht bereinigen und die Infos erhalten - hast mich überzeugt !! :sunglasses: Habe mir das tolle Exporttool von Dano "Mp3TagCompleteTags" heruntergeladen und werde nun nach und nach mal nachschauen, was sich so alles in den Taggs verbirgt und dann partiell bereinigen.

Gruß und schönes WE :smiley:

Dragon


#8

Das stimmt nur für alte aufnahmen. Neueres wird auch im Studio oft nur digital aufgenommnen.

Aber entscheidender ist wohl die Umwandlung in Mp3. Das ist bei digitalen Quellen relativ einfach. Da läuft ne Software und fertig. Bei Analogen Quellen muss das ja aufgenommen werden. Und da ist die Qualität der verwendeten Technik doch ein ziemlicher Schwankungsfaktor. Alte Plattennadeln, Brummen in der Anlage, Weitergabe des Signals im Verstärker, Umwandlung des analogen Singnals in digitale Signale in der Soundkarte,... Und auch die analogen Tonträger zeigen oft deutliche Verschleißerscheinungen. Kinstern bei Schallplatten ist fast unvermeidbar, die Rillen alter Platten werden durch die Nadel abgenutzt, klein Kratzer, ... Bei Kassettenaufnahmen wird das nochmal deutlicher.
Eine Datei mit niedrigerer Bitrate von digitaler Queller kann also oft besser sein als eine mit höherer von Vinyl aufgenommen. Ich bin auch bei weite kein High Fidelity Experte und habe auch kein besonders geschultes Gehör, aber einen Unterschied hör ich da schon oft wenn ich das gleiche Lied in verschiedenen Dateien hab.

Mein persönlicher Weg beim Taggen übrigens:
Bei kompletten Alben:

  • ich schreibe relative viel Tag Felder über Mp3Tags Web Sources (meist Discogs) in die Dateien. Mehr als ich eigentlich brauche.
  • bessere manuell einige Sachen nach, wie das Datum bei Wiederveröffentlichung, oder die Kennzeichung von Bonus Tracks die auf dem Album ursprünglich nicht waren. Und eben Source, weil die oft nicht mit Discogs übereinstimmt.

Bei einzelnen Liedern:
Artist, Title, Year genügen mir eigentlich. Meist noch Album, Genre und Source.

Tags löschen tu ich selten. Wenn in den bei mir angezeigten Quatsch drin steht schon. Aber sonst stört mich nicht was ich nicht seh, und diem Mühe der Kontrolle mach ich mir nicht.


#9

Verständliche Vorgehensweise und in der Richtung habe ich auch mal gedacht.
Man stößt aber schnell auf Probleme, wenn die Neuveröffentlichungen auf CD nicht mehr mit der Original-LP bzw. CD übereinstimmen. (Bonus-Titel, Überarbeitete Titel, andere Trackreihenfolge, Remastered, Limited Edition ...)
Hier ein Beispiel, wie das im Einzelfall aussehen kann:
Beth Hart


#10

Bonus-Titel > kommt bei in ein extra Tag Feld Chapter: Bonus Track
Könnte man auch im Comment speichern, oder mit Discnumber oder Tracknummer klarmachen.

Überarbeitete Titel > direkt in das Title Feld: Title (Extended Version)

andere Trackreihenfolge >
Wenn nur Reihenfloge anders, dann korregier ich das einfach.
Wenn einige Tracks fehlen und andere dazukommne, behandle ich das als neues Album mit Jahreszahl und Versionsname in eckiger Klammer: Album [2005 Japan Version], das Year Tag Feld lass ich beim Erstveröffentlichungsjahr.
Wenn einfach Tracks fehlen, kommt hinter den Albumnamen in eckiger Klammer die Bemerkung [INCOMPLETE].

Remastered > Kommt in das Source Feld: CD, Remastered

Limited Edition > Sagt ja erstmal nichts aus und bezieht sich oft nur auf das Coverartwork. Wird also ignoriert wenn's für die Tracklist keine weiteren Konsequenzen hat.


#11

Das Schöne an all diesen guten Ansätzen und ist, dass es trotzdem nie "perfekt" wird. Irgendwer hat immer eine andere Meinung, die auch oftmals zum eigenen Umdenken führt. Es wäre doch schlimm, gäbe es einen festgelegten Standard, denn dann wäre man ja irgendwann "fertig". Wer will das schon... ?? :smiley: :smiley: :smiley:

Ich schätze MP3Tag und dazu dieses Forum, weil Taggen ein toller Zeitvertreib ist und man ständig neue Ideen entwickeln kann, zu welchen dann neue intelligente Lösungen gefunden werden müssen. In diesem Forum findet man dazu tolle Unterstützung, denn es sind erstklassige sehr hilfsbereite Leute an Bord.

Echt Klasse !! :smiley:

Dragon