Was muss man wissen und können beim Taggen?


#1

Hallo Leute!

Weil ich fast alle Fragen und Anregungen hier im Forum mitlese und dadurch den Bedarf an direkter Hilfestellung und Information immer wieder erkennen kann, in der kompletten Bandbreite, hat sich seit längerer Zeit eine Idee im Hinterkopf festgesetzt.

Warum nicht in die Praxis und an die Front gehen und mit dem Anwender in direkten Kontakt treten?

Warum nicht einen Volkshochschulkurs anbieten, der sich mit der Thematik "Etikettieren von Musikdateien" beschäftigt, am Beispiel der Anwendungssoftware Mp3tag?

Man könnte einen Wochenendkurs oder ein Semesterkurs anbieten, oder eine irgendwie andere Form, gemäß der Menge und Intensität des Lehrstoffs.

Es stellt sich das Problem, welche Auswahl aus den vielen speziellen Themen soll man anbieten, was ist wirklich gefragt und praktisch wichtig?
Die Grundlagen des ID3 Tagging und andere Methoden?
Player, Tagger, Datenbanken, lokal, extern, ... ?
Skriptsprachen, Grundlagen der Programmierung, ...?

Was muss alles hinein in einen solchen Kurs?
Was ist für den Anfänger notwendig?
Was ist für den Anfänger noch nicht so wichtig?
Was ist eher für Aufsteiger nötig zu wissen?
Wie strukturiert man das Ganze?
... usw. usw. ...

Was denkt ihr dazu?

DD.20110730.2011.CEST


#2

Hast du das wirklich vor? Willst du so einen Kurs selber geben?
Ganz schlecht ist die Idee nicht. Die Frage ist, ob es da so eine Nachfrage gibt. Der Durchschnitts mp3 Musik Hörer hat wahrscheinlich seine Musik in Ordner organisiert und ist damit glücklich, weil ihm das eh nicht so wichtig ist. Und wem es wichtig ist, der findet im Internet ja Hilfestellung und Anleitung.

Aber es spricht nichts dagegen so eine Kurs mal anzubieten. VHSs sind da ja glaub ich ganz offen, und wenn es keine Nachfrage gibt, kommt der Kurs halt nicht zu stande.

Für Grundlagenstoff halte ich:

Digitale Musik:
Verschiedene Dateiformate / Digital Rights Managment / die legale Grundlage beim Kopieren von Musik / Gedanken über Backup Lösungen

Umgang mit digitaler Musik:
Verschiedene Player (Hard & Software) / verschiedene Tagformate (ID3, Ape) / Kompatibitätsprobleme bei Dateiformaten, Tagformaten und Playern /

Archivieren von digitaler Musik:
Verschiedene Möglichekeiten ein Archiv zu strukturieren / Überlegungen, welche Tagfelder man braucht und welche nicht / Das Anlegegen von Playlists /

Mp3tag:
Schwierig, kann man ja ganz unterschiedlich nutzen. Wenn ich's jemanden erklären müsste, würde ich

  • erst einamal die Symbolleiste durchgehen
  • die verschiedenen Aktionen erklären
  • das Anlegen von Aktionsgruppen erklären
  • eine Übersicht über die Skriptfunktionen geben
  • die Web Sources erklären
    Bei regulären Ausdrücken wirds schon schwierig. Das ist für Einsteiger erst mal viel und sehr speziell. Darauf hinweisen und einige Beispiele würde ich auf alle Fälle geben. Und dann darauf verweisen wo man das weiter nachlesen und vertiefen kann.
    Die Export funktion halte ich persönlich für nicht so wichtig. Ich würde auch eher kurz darauf eingehen weil das ja auch eher kompliziert ist.
    Skriptsprachen für die Aktionen ja. Für Web Sources geht das wohl zu weit. Grundlagen der Programmierung ist wohl viel zu weit ausgeholt. Davon hab ich auch keine Ahnung und hab meine Musiksammlung trotzdem bestens im Griff.

Viel Glück mit diesem Projekt!


#3

Das Wissen der Menschheit zu mehren ist ein Ziel, das ich jeder Zeit unterstützen würde.
Also, DetlevD, nur voran.
Ob allerdings die VHS in Zeiten von Web 2.0 noch die richtige Zielgruppe erwischt ... eher nicht. Ich glaube, ich bin so ziemlich die letzte Generation, die überhaupt noch das Kursprogramm liest. Aber wer weiß.
Hinsichtlich der Reichweite an sich bin ich auch nicht besonders überzeugt. In unserer Familie bin ich auch der einzige, der aktiv taggt. Im Bekanntenkreis ist nur noch ein weiterer "Spinner", der so eine Datensammlung ernst nimmt.
Eine ähnliche Datensammlung erzeugen die viele Menschen mit eigenen Bilder - und die werden auch nicht sinnvoll mit Metadaten versehen, sondern lieber schnell, schnell in volatilen Ordnerstrukturen abgelegt. Das muss, meinen sie, dann an Ordnung reichen. Und ähnlich ist das wohl mit den Audiodateien.
Ich glaube, dass dieses Forum schon eine gute Näherung ans Optimum ist: ich kriege konkrete Antworten auf konkrete Fragen. Und wenn ich mir damit ein bisschen die neue Welt des Taggens erschließe, will ich vielleicht weiter in sie vordringen.
Und so, wie die Fragen hier im Forum gestellt werden, ist vermutlich auch das Herangehen:
Ich habe den Leidensdruck, dass ich Musik nicht mehr wieder finde.
Aber es gibt ja Such/Abspielprogramme. Oder ich habe ein Such/Abspielprogramm und will die neuen Audiodaten dort wiederfinden.
Aber erst wenn es überhaupt diesen Leidensdruck gibt, mache ich mich auf die Suche nach einer Abhilfe. Ohne Leidensdruck bleibt alles, wie es ist.

Dieses Forum hilft, vom Leidensdruck erlöst zu werden, es bietet ein "Gewusst wie".
Die Bottom-Up-Referenz "Hier gibt es diese Funktion und hier jene" in ein "Gewusst, dass" und erzeugt eine Menge Wissen auf Vorrat, an das man sich im Falle von "Wie tue ich das" erst mühsam erinnern muss - da frage ich doch dann lieber im Forum.

Auch wenn regelmäßige Forumsleser - und zu denen gehörst du bestimmt, DetlevD - nach einer Weile Kategorien bilden können aus den gestellten Fragen, so ist jede Frage für den Fragenden doch immer ein Unikat, besonders, völlig individuell - es fehlt die Erfahrung, sich mit dem Stoff auseinandergesetzt zu haben.
Zusammen mit DetlevDs Erkenntnis, dass es immer wieder dieselben Probleme gibt, dass trotzdem der einzelne unfähig ist, sein Problem in den FAQs oder anderen Forumsbeiträgen wiederzuerkennen könnte die Alternative eine Aufbereitung der Forumsseiten in eine Art Wiki mit den von DetlevD und Pone genannten Themen sein. Zusammen mit den bisher vorhandenen Möglichkeiten, Fragen zu stellen. Denn ich erkenne auch gleich den Pferdefuß: wer schon bisher lieber erst mal gefragt hat und dann gelesen, wird dies auch weiterhin tun.
Das WIki würde nur die Beantwortung erleichtern, da nicht immer wieder mit ähnlichem Text erklärt werden muss, wie z.B. die APE-Tags gelöscht werden, wie der Pfad umbenannt wird, wie der Konverter funktioniert usw. usf.
Wir könnten einfach auf die Wiki-Artikel verweisen.
Das Problem am INternet ist nicht der Mangel an Information, sondern der Mangel an bewerteter, kanalisierter Information. Ein Forum mit angeschlossenen Wiki hätte die Funktion der Lenkung der Anfragen auf die zutreffenden Textbausteine.
Und damit würde eine deutlich größere Adressatengruppe erreicht als mit lokalen Kursen.


#4

Ich denke grundsätzlich auch, dass das Internet erstmal das beste Medium ist, mit dem du interessierte erreichen kannst. An der VHS würdest du halt Geld dafür kriegen, auch ein Vorteil.

Die Idee mit dem Wiki ist nicht schlecht.
Eine andere Idee die ich noch hatte, wenn du eine Art Kurs in aufbauenden Lektionen geben willst, wäre einen Blog anzulegen, in dem du immer wieder neue Kapitel hinzufügst. Aber eigentlich ist ein Wiki fast besserer, weil dort jeder da einsteigen kann, wo sein individuelles Vorwissen gerade endet und dort weiterlesen kann, wo seinde individuelle Fragestellung gerade hinführt.

Ein Vorschlag führ das Forum grundsätzlich fällt mir an dieser Stelle ein. Es ist ja wirklich schwer, die richtigen Themen zu finden. Das habe ich auch schon oft festgestellt. Oft weiß ich, das hab ich schon mal irgendwo gelesen, evtl sogar selbst mitgeschrieben, finde es aber trotzdem nicht.
Eventuell wäre es hilfreich, wenn man die Topics mit Tags versehen könnte, so wie das in Blogs üblich ist. Ich weiß nur nicht, wie weit das die Struktur des Forums zulässt. Wahrscheinlich gar nicht, hab das in Foren noch nie gesehen. Wär dann wahrscheinlich auch sinnvoll, diese Tags von einigen wenigen Nutzern verteilen zu lassen, damit da eine gewisse Ordnung herrscht und auch nur sinnvolle Beiträge mit aufgenommen werden.


#5

Bemerkenswerte Ansätze les ich da und hier.
Wenn es um die Erklärung von Eigenschaften oder Vorgehensweisen geht,
wäre hier ein Inhaltsverzeichnis auch sehr informativ.
z.b. die Hilfe von "MS" Rubrik; Unterrubirk; Unterunterrubirk mit Beispielen
z.b. Kurzvideo's als aufbauenden Fernkurs ins Net stellen (Admin)

Sieht man über die Taste "F1" die Hilfe, könnte hier durch verlinkung
des besagten Abschnitt's
die Prozedur sinngemäß in Wort und Bild dargestellt werden

Warum nicht in Schema eines Stammbaumes arbeiten,
jede nur erdenkliche Richtung an Verarbeitung verästelt/splittet sich bis
hin zum Querverweis, wenn was ineinander greift.

Um die Gesamtheit erkennen zu lassen auch mit Screenshot's veranschaulichen.

Warum nicht als Pdf-datei das gesamte Bild der Arbeit, die mit Mp3tag möglich ist
anzeigen: Seite für Seite

Warum nicht mit einer weiteren Rubrik hier das Forum ergänzen:
"Schauen und umsetzen" oder "learning by doing"

Nur mit dem lesen allein ist manch User vielleicht überfordert,
schon die Flut an Beiträgen die da doch hin und wieder sich wiederholen
immer wieder Probleme bereiten.

Mein Daumenhoch hast Du DetlevD


#6

... das sehe ich auch so. Es gibt zu wenig Interesse, seine Musiksammlung strukturiert zu ordnen. Ich habe vor Jahren der örtlichen VHS die Durchführung eines Kurses angeboten. Es bestand von Seiten der VHS kein Interesse. Das dürfte inzwischen immer noch so sein.

Diejenigen, die wirklich eine strukturierte Musiksammlung wollen, wissen dass ein wenig Aufwand nötig ist und gehen meist autodidaktisch vor.

Diejenigen, die gerne eine strukturierte Musiksammlung hätten, aber keinen Aufwand treiben wollen, gehen auch nicht zu einem VHS Kurs.

Trotzdem: Über ein Curriculum ließe sich nachdenken.


#7

Ich weiß nicht, ob wir hier im Forum eine Struktur diskutieren sollten.
Nur prinzipiell: ein Baum - zumindest in der EDV - ist am Ende immer ein dichotomer Bestimmungsschlüssel und hat damit den Nachteil, dass er gut 1:n Beziehungen, nicht aber n:1 oder n:n-Verknüpfungen darstellen kann.
Das Wiki löst diese Beschränkung auf, da es auf beliebige weitere Themen zu Beginn, am Ende und im Artikeltext verweisen kann und ebenso von beliebig vielen Themenartikeln angesprungen werden kann.
Der Leser einer Online-Erklärung liest nicht sequenziell wie in einem Buch (und damit kein PDF), da nicht die Abfolge der Seiten, wie der Autor sie festgelegt hat, den Lesefluss bestimmen, sondern der Leser, wenn er den Hyperlinks folgt.
Die angesprungenen Artikel müssen in sich geschlossene Objekte sein, und ein Thema abschließend behandeln, müssen aber soviele Links nach außen bieten, dass keine Sackgassenthemen entstehen.
Wenn ein Anwender die F1-Taste drückt, weiß man nie, warum er das getan hat:
Hat er eine spezielle Frage zu einer speziellen Funktion? -> Verzweigung in Funktionsreferenz
Weiß er nicht, wozu der Dialog da ist? -> Liste der Problemstellungen, die mit diesem Dialog gelöst werden können
Weiß er im Moment gar nicht weiter und sucht nun in der Hilfe nach Hilfe, wie es womöglich weitergehen könnte -> Link zur Einführung.
Deutlich soll werden, dass ein Wiki durch die geschlossenen Themen ein Höchstmaß an Flexibilität bei sich ändernden Fragestellungen bietet und auch ein Höchstmaß an Redundanzvermeidung, da im Rahmen der Fragenbeantwortung auf die einschlägigen Wiki-Artikel verwiesen werden kann.
Wenn dann auch noch die Möglichkeit der Verlinkung zwischen Artikel und schon mal behandelter Frage besteht, sind alle Beziehungsmöglichkeiten abgedeckt.
Puh.


#8

Ich habe mich ein paar Tage in diesem Thread zurückgehalten, um abzuwarten ob noch mehr Meinungen dazu kommen, aber es scheint überall Ferienzeit zu sein, und niemand hat so richtig Lust über Mp3tag nachzudenken. Das kommt dann erst wieder in der dunklen Jahreszeit oder wenn der persönliche Biorhythmus zum Aufräumen mahnt.

Zunächst vielen herzlichen Dank an ...
... pone Hast du das wirklich vor? Willst du so einen Kurs ... Jul 30 2011, 19:53
... ohrenkino Das Wissen der Menschheit zu mehren ist ein Ziel, ... Jul 31 2011, 18:55
... pone Ich denke grundsätzlich auch, dass das Internet e... Jul 31 2011, 19:16
... DJ Mucke Bemerkenswerte Ansätze les ich da und hier. Wenn ... Aug 1 2011, 15:36
... mbaa3 ...... Aug 1 2011, 15:48

Ihr habt mir viele Anregungen gegeben zum Weiterdenken!

Ich habe erkannt, dass man ein solches Kursangebot nicht von heute auf morgen aus dem Boden stampfen kann.
Ein VHS Angebot soll ja in der Regel dazu dienen, anhand einer exemplarischen Anwendung die Teilnehmer zu befähigen, Analogien zu bilden, damit sie sich in der Welt der Alternativen sinnvoll bewegen können und ihre persönlichen Ziele auch mit vergleichbaren Anwendungen erreichen können.

Weil ich weiß, dass Fragen von Teilnehmern aus allen Richtungen kommen können (hier im Forum deutlich erkennbar), muss man sich als Lehrkraft ein sehr breit angelegtes Wissen aneignen.
Man hat mit Menschen jeden Alters zu tun, mit den unterschiedlichsten Vorkenntnissen.

Ich weiß auch, dass man mit persönlicher Anwesenheit und mit wörtlicher Rede und mit einem guten "Tafelbild" ein Höchstmaß an Informationen in kürzester Zeit übertragen und abgleichen kann. Eine Tastatur kann das nicht leisten. Geführtes Ausprobieren bringt haptisches Erlebnis und dauerhaften Lernerfolg.

So etwas kann ein Wiki (was nichts anderes ist als ein Lexikon) überhaupt nicht bieten.
Selbst moderne E-Learning Systeme werden sich damit schwer tun, weil der Augenblick der nötigen Interaktion und Intuition nicht immer vorausgesehen werden kann.
Wiki und E-Learning sind kanalisierte 1:1 Systeme, aber Lernen in der Gruppe ist ein n:n System.
Man lernt auch aus den Fragen der Anderen und führt die Fragen und Antworten von Anderen zu eigenen Lösungen (hier im Forum deutlich erkennbar).

Ein Wiki ist immer sinnvoll, wenn man schon irgendwie weiß was man sucht und finden will und wie man es dann praktisch anwenden kann. Das ist eine der brauchbarsten Hypertext-Internet-Anwendungen überhaupt.

Was den Themenkomplex betrifft für das Projekt "Was muss man wissen und können beim Taggen?", so haben mir eure Kommentare Ausblicke eröffnet, die mir so gar nicht in den Sinn gekommen wären. Gleichfalls sind mir damit auch Grenzen bewusst geworden.

Es gibt Bereiche, die mich persönlich bisher nicht interessiert haben, oder die ich ausgeblendet habe, weil sie entweder noch zu unausgereift oder praktisch unbrauchbar sind, oder einfach nur dazu dienen, den Menschen die Zeit zu stehlen oder das Geld aus der Tasche zu ziehen (... ich weiß, Millionen Fliegen können nicht irren ...).

Es stellt sich für mich nun die Frage, ob ich mir die Themenbereiche, die ihr in euren Kommentaren genannt habt, in denen ich mich nicht auskenne, selbst aneignen soll oder ob ich mich mit jemand zusammen tun kann, der sich gut genug in diesen Bereichen auskennt, um damit VHS Teilnehmer zufrieden stellen zu können.

Also ... wenn jemand im Einzugsbebiet der "Bergischen VHS" (Solingen, Wuppertal) ...
http://www.bergische-vhs.de/publ/?todo=pro...amp;knoten=1675
... ein solches Projekt im Team mit mir auf die Beine stellen will und die notwendigen Kenntnisse mitbringt, die ein interessantes und gutes Kursangebot möglich machen, dann bitte melden bei mir.

Und bitte gebt mir noch mehr Input zu der Frage:

Was muss man wissen und können beim Taggen?

DD.20110814.1948.CEST


#9

Das Thema hätte mich interessiert. Leider ist es für mich ein bisschen weit weg.